Wandern um Ilsenburg

Wandern im Herbst

Tour: Ilsenburg-Mahrholzberg, Besenbinderstieg, Großes Zwießeltal, Rockenstein, Tonmühle, Suental, Ilsenburg

Es ist ein windiger Tag und dennoch ideal, einen Fußmarsch zu unternehmen. Beginn unserer Wanderung soll die Wegkreuzung hinter dem Mahrholzberg sein. Ein Blick auf den Wegweiser verrät uns die Richtung. Die Kühe auf der Weide werden sich ihren Teil denken.

Wir befinden uns jetzt auf dem "Besenbinderstieg". Es geht ganz schön aufwärts. Nach einer kurzen Wegstrecke teilt sich der befestigte Weg. Wir entscheiden uns auf dem Pfad weiter geradeaus zugehen. Diese beiden Strecken werden zu gegebener Zeit wieder zusammentreffen.

Verschiedene Farne wachsen im Nationalpark Harz um Ilsenburg An dieser Stelle ist ein Forstzaun zu überwinden, dessen Über- bzw. Unterquerung kein schwieriges Unterfangen ist. Ein leicht ansteigendes Stück des Weges erwartet uns, welcher auf den alten Grenzweg (Kolonnenweg genannt) stößt. Wir werden an alte Zeiten erinnert und begutachten die neu herangewachsenen Bäume. Zwischen den Wegplatten haben sich Moos, Gräser und Klee angesiedelt. Die großen alten Kiefern und Fichten werden uns auf dem Weg zum Gipfel begleiten.

Nun haben wir den Gipfel erklommen und uns belohnt der Ausblick über die Harzberge bis zum Brocken. An der Schutzhütte machen wir Rast und lassen uns die mitgebrachten Leckereien schmecken.

Auf der Lichtung folgen wir nicht der Versuchung zum Zwißelkopf abzubiegen und wandern noch ein Stück des Weges. An der Wegkreuzung erinnert eine Tafel an die Jagd von "Hubertus". Wir biegen in Richtung Ilsenburg ab. Dieser Waldweg ist gut befestigt und läßt uns flotten Schrittes voranschreiten. Die Abzweigung zum Rockenstein ist nicht gleich zu erkennen. Nun kann man den Abstieg wagen oder auf der befestigten Straße bleiben, die ebenfalls nach Ilsenburg führt.

Bach im Tonmühlental Ilsenburg Nach einer kurzen Kletterpartie betritt man ein noch urwüchsig anmutendes Tal. Es riecht nach Feuchtigkeit und vermodernden Bäumen. Am Wegesrand entdecken wir verschiedene Farne und Moose. Auch die übrige Natur mit ihren Büschen und Bäumen hat es hier gutgemeint. Im Dickicht zieht ein kleiner Bach des Weges und leichter Nebel legt sich über das Tal.

Das alte Tonmühlental, in dem wir uns befinden, wurde in den Jahren von 1547 bis 1856 als Lehmabbaustätte genutzt. An der Gedenktafel lernen wir das Verfahren der Tonmühle kennen.

Ziegelhütte Ilsenburg Überreste der Tohnmühle Ilsenburg (in der heutigen Kastanienallee am Ziegelhüttenteich)

Durch den Hüttenfaktor Engelbrecht gegründet, wurde sie unter dem Ziegelhüttenmeister Schaper eine leistungsfähige Ziegelhütte. Im Jahre 1731 wurden von 1 Brennofen bei 11 Bränden 56331 Dachziegel, 23125 Mauerziegel, 1000 Tonröhren, 100 Pflastersteine gebrannt und ein Gewinn von 179 Reichsthalern und 19 guten Groschen erzielt.

Überreste des Klärbecken Ilsenburg In der zylinderförmigen Tonmühle wurde der Ton (Lehm) unter Zugabe von Wasser mittels einer Steinwalze zerkleinert und durch die Klärbecken 1-4 geschlämmt. Ein Pferdegöpel trieb die konische Walze an. Der Sammelteich lieferte zusätzlich Wasser für das Ausschlämmen im betonierten Klärbecken 4 wird Sand zugesetzt und das Gemisch zur Ziegelausformung in die Ziegelhütte Ilsenburg transportiert. Nach dem Trocknen der Ziegelformen wurden sie im Ziegelbrennofen gebrannt.

Weg im Suental Ilsenburg Durch das Suental nähern wir uns der Stadt Ilsenburg und unser Wandertag geht zu Ende.