Nationalpark

Fauna (Tierwelt)

Ilsenburg ist am Nationalpark Hochharz gelegen und Ausgangspunkt zahlreicher Entdeckungen bei denen man auch die verschiedensten Tiere antreffen kann. So begegnet mir oft der Milan, der Graureiher, die Maus, der Igel und viele andere Tiere. Manche, dazu zählt der Luchs, können wir leider nur im Wildgehege sehen.

Rotmilan (Milvus milvus)

Rotmilan über Ilsenburg Der Rotmilan ist eine etwa mäusebussardgroße Greifvogelart aus der Familie der Habichtartigen. Seine Verbreitung ist im wesentlichen auf Europa beschränkt, wo 50% des Gesamtbestandes in Deutschland brühtet. An seinem gegabelten Schwanz und den tiefgefingerten Handschwingen ist der Rotmilan gut zu erkennen. Männliche Vögel können ein Gewicht von ca. 1 kg und weibliche von ca. 1,2 kg bei eine Größe von ca. 65 Centimeter erreichen, wobei fast 35 Centimeter auf die Schwanzspitze entfallen. Als Jagt- und Brutrevier benötigt der Rotmilan Agrarlandschaften mit Feldgehölzen und waldreiche Flusstäler mit günstigen Winden. Seine Nahrung erbeutet er im offenen Kulturland, Grasland, Viehweiden und Feuchtgebiete. Auch Mülldeponien und Autobahnen bezieht er in die Futtersuche mit ein. Nach 1-3 Jahren wird der Rotmilan Geschlechtsreif und beginnt mit dem Nestbau. In dieses werden vom Weibchen meist 3 Eier gelegt und ca. 30 Tage ausgebrütet. Je nach Witterung und Nahrungsangeboht dauert es 48-70 Tage bis die Jungvögel das Nest verlassen. Seine Lebenserwartung wird auf 30 Jahre geschätzt, wobei nach drei Jahren noch ungefähr 35–45% eines Jahrganges am Leben ist. Die häufigsten Todesursachen des Rotmilan sind Abschuss, Kollisionen mit Hindernissen und Stromleitungen sowie Vergiftungen.

Im Jahr 2006 war der Rotmilan "Vogel des Jahres" um auf seine Gefährdung aufmerksam zu machen.

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Der Rotmilan flog über Ilsenburg als ich ihn fotografierte.


Feldhase (Lepus europaeus)

Feldhase im Wohngebiet in Ilsenburg Der Feldhase ist ein Säugetier in der Familie der Hasen. Er lebt in Europa und im westlichen Asien, wo er bebaute Steppengebieten bevorzugt. Feldhasen leben auch in Wäldern und in den Alpen bis 1.600 Meter Höhe. Sie sind Nestflüchter und können von Geburt an sehen und sich bewegen. Das sehr gute Gehöhr und ihr ausgezeichneter Geruchssinn ermöglichen eine schnelle Flucht bei Gefahr. Durch seine langen Hinterbeine ist er in der Lage 90° Haken zu schlagen und Geschwindigkeiten von 50 bis 70 km/h zu erreichen. Mitunter kann er 3 Meter hoch und 7 Meter weit springen. Seine Feinde sind vorwiegend Füchse, Marder und größere Greifvögel. Der Feldhase ernährt sich vegetarisch von Gräser, Klee, Kräuter, Getreide und Kohl. Er hat 2-5 Jungtiere, die in einer Erdmulde geboren und aufgezogen werden. So ein flinker Geselle hat eine Lebenserwartung von 12 Jahre.

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Den Feldhasen habe ich im Wohngebiet Mahrholzber in Ilsenburg fotografiert.


Waldmaus (Apodemus sylvaticus)

Waldmaus im Schloßpark in Ilsenburg Die Waldmaus (Apodemus sylvaticus) ist eine Altweltmaus und gehört zur Familie der Langschwanzmäuse. Die Waldmaus ist in Deutschland häufig und weit verbreitet, da sie aber recht scheu ist, sieht man sie im Vergleich zur Hausmaus eher selten. Trotz ihres Namens kommt sie nicht nur im Wald, sondern auch in Parks und Gärten vor. In freier Wildbahn frisst sie überwiegend Samen, mit Vorliebe z.B. von der Eiche, der Buche und der Platane. Waldmäuse haben ein bräunliches Fell mit einer weißen Körperunterseite, wobei die Trennlinie nicht ganz scharf verläuft.An der Kehle haben sie einen kleinen, schmutzig-gelben Fleck. Ihr Gewicht liegt etwa zwischen 20 und 30 g. Waldmäuse sind ohne Schwanz ca. 8-10 cm lang (Kopf-Rumpf-Länge). Die Schwanzlänge beträgt nochmals 8-10 cm. Die Jungen verlassen in den ersten zwei bis drei Wochen nicht das Nest; wenn sie den ersten Ausflug wagen, sind sie dann auch schon fast selbständig. In Gefangenschaft zeigen die Mäuse eine äußerst geringe Aggression gegenüber Menschen; selbst in die Enge getriebene Tiere beißen bei Berührung in der Regel nicht zu, sondern verfallen eher in eine "Schreckstarre". Wenn aber irgendeine Möglichkeit zur Flucht besteht, versuchen die Mäuse mit hohen und weiten Sprüngen zu entkommen. Zu den natürlichen Feinden der Waldmaus in freier Natur zählen folgende Tiere: Hauskatzen, diverse Greifvögel, darunter auch Eulen, des Weiteren Igel, Ringelnattern und Kreuzottern, Hermelin, Mauswiesel, Marder und Iltis.

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Die Waldmaus habe ich im Schloßpark in Ilsenburg fotografiert.


Feuersalamander (Salamandra salamandra)

Feuersalamander im Ilsetal in Ilsenburg Der Feuersalamander (Salamandra salamandra) ist eine Amphibienart aus der Familie der Echten Salamander. Kühle und feuchte Wälder der Mittelgebirge sind sein bevorzugter Lebensraum. Er ist im westlichen, mittleren und südlwestlichen Deutschland flächig verbreitet. Hinzu kommen Bereiche im Erzgebirge und in Nord- und Ostbayern. Im nordostdeutschen Raum fehlt die Art ganz. Die typische Höhenverbreitung liegt im Harz bei bis zu 650 Meter über Normalnull. Hier sind die Blockhalden und Felsenmeere beliebte Rückzugsgebiete. Er liebt die kühlen Schluchten und Täler die mit reichlich Vegetation bewachsen sind, um sich Tagsüber zu verstecken. Charakteristisch sind die paarig ausgebildeten, sehr auffälligen Ohrdrüsen (Parotiden), die zum Beispiel den Wassermolchen fehlen, aber auch beim nah verwandten Alpensalamander oder bei den Echten Kröten zu finden sind. Zur Abwehr von Feinden können die Parotiden sowie die am Rücken lokalisierten Drüsenreihen ein weißliches, giftiges Sekret absondern. Unter starkem Stress stehende Tiere sind sogar in der Lage, das Gift in dünnen Strahlen bis über einen Meter weit auszustoßen. In freier Wildbahn können Feuersalamander nachweislich ein Alter über 20 Jahre erreichen und in Gefangenschaft sogar 50 Jahre. Die Paarungszeit erstreckt sich von etwa April bis September mit einem klaren Schwerpunkt im Juli. Zum Ende der Embryonalphase im Mutterleib wandert das Weibchen im nächsten Frühjahr allein zum Gewässer, um die Larven abzusetzen. Es werden im Durchschnitt 30 Larven geboren. Die Eihülle platzt beim Ei absetzen auf, desshalb spricht man nicht vom Laichen. Feuersalamander erlangen die Geschlechtsreife mit zwei bis vier Jahren. Sie paaren sich ausschließlich an Land. Erwachsene Salamander ernähren sich weitgehend von wirbellosen Organismen wie Asseln, zum Beispiel Porcellio scaber, kleinen weichen Käfern sowie kleinen bis mittelgroßen Exemplaren der Wald-Wegschnecke, Braunen Wegschnecke sowie Roten Wegschnecke. Die zweite der drei genannten Nacktschnecken-Arten sitzt häufig an Pilzen und wird dort vom Feuersalamander „abgeweidet“. Daneben sind insbesondere Regenwürmer als Beute sehr beliebt, aber auch Spinnen und Insekten.

Gemäß der Bundesartenschutzverordnung (BArtSchV) ist der Feuersalamander, wie alle Amphibien, „besonders geschützt“. Auf der „Roten Liste“ der Bundesrepublik Deutschland wird er unter Anhang „V“ geführt und ist somit eine Art der sogenannten Vorwarnliste.

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Den Feuersalamander habe ich im Ilsetal fotografiert.


Eurasischer Luchs (Lynx lynx)

Luchs im Tiergehege Christianental in Wernigerode Der Eurasische Luchs oder Nordluchs (Lynx lynx) ist eine in Eurasien verbreitete Art der Luchse. Im deutschen Sprachgebrauch ist fast immer diese Art gemeint, wenn von „dem Luchs“ die Rede ist. Nach Bär und Wolf ist diese Katze das größte Raubtier, das in Europa heimisch ist. Der Eurasische Luchs gehört in weiten Teilen seines Verbreitungsgebietes zu den größten Beutegreifern. Ähnlich wie Braunbär und Wolf war auch der Eurasische Luchs über viele Jahrzehnte starker Verfolgung ausgesetzt. Nachdem die Art durch gezielte Ausrottungsmaßnahmen aus Westeuropa verschwunden war, wanderten die Wildkatzen ab etwa 1950 aus angrenzenden Siedlungsgebieten wieder ein und wurden auch gezielt wieder angesiedelt. Heute sind unter anderem die Alpen, der Jura, die Vogesen, der Harz, das Fichtelgebirge, der Bayerische Wald und der Spessart von Luchsen besiedelt. In vereinzelten Gebieten erreicht der Luchs sogar wieder seine maximale Siedlungsdichte.

Mit einer Kopfrumpflänge zwischen 80 und 120 Zentimetern und einer Schulterhöhe von 50 bis 70 Zentimeter ist der Luchs die größte Katze Europas. Mit den anderen Arten der Gattung verbinden den Luchs die Pinselohren, der breite und rundliche Kopf und der sehr kurze Schwanz. Dieser ist beim Eurasischen Luchs zwischen 15 und 25 Zentimeter lang und endet in einer schwarzen Spitze. Der Eurasische Luchs zeichnet sich durch einen sehr ausgeprägten Backenbart aus, den er weit abspreizen kann. Die Haarpinsel an den spitzen, deutlich dreieckigen Ohren sind bis zu fünf Zentimeter lang und verstärken die Fähigkeit, Lautquellen zu orten. Untersuchungen haben gezeigt, dass Luchse das Rascheln einer Maus noch aus einer Entfernung von 50 Metern wahrnehmen und ein vorbeiziehendes Reh noch 500 Meter entfernt hören. Die Augen sind das wichtigste Sinnesorgan des Luchses und etwa sechsmal so lichtempfindlich wie die Augen des Menschen. Der Geruchssinn spielt bei der Jagt nur eine untergeordnete Rolle.

Der Eurasische Luchs bevorzugt grundsätzlich als Lebensraum große Waldareale mit dichtem Unterholz und nutzt offene Landschaften und menschliche Siedlungen nur randlich und temporär. Ideale Voraussetzungen für die Jagd bieten ihm Wälder mit einer stark kleinräumlichen Gliederung durch Altholzinseln, Lichtungen, felsige Hänge und morastige Zonen. Eurasische Luchse finden sich allerdings auch in der felsigen Gebirgszone bis in eine Höhe von 2500 Meter über NN, in Niedermooren und auf Heideflächen und in überwiegend baumlosen Hochebenen Zentralasiens. Kennzeichnend für letztere Lebensräume ist, dass diese durch Felsen und Gebüsch eine große Anzahl von Deckungsmöglichkeiten verfügen.

Das Beutespektrum umfasst praktisch alle im jeweiligen Lebensraum vorhandenen kleinen und mittelgroßen Säuger und Vögel. So zählen unter anderem Rotfüchse, Marder, Wildschweine, Mäuse und Murmeltiere zu den von Luchsen geschlagenen Beutetieren. Kleine und mittelgroße Huftiere mit einem Gewicht von 20 bis 25 Kilogramm stellen jedoch die bevorzugte Beute dar.

Die sonst einzelgängerisch lebenden Tiere markieren in der Ranz mit ihrem stark riechenden Urin das Kerngebiet ihrer Reviere besonders intensiv. Die Markierungen werden bevorzugt auf Nasenhöhe der Luchse an Wurzelstöcken oder Steinen abgesetzt. Auch die lauten Ranzrufe, die einem lang gezogenen „Ouh“ gleichen, sind in dieser Zeit häufig zu hören.Grundsätzlich paart sich die Luchsin während der Ranzzeit mit nur einem männlichen Tier.

Die zwei bis fünf Jungen werden nach einer Tragzeit von etwa 73 Tagen meist an einem ruhigen Platz wie etwa einer Felshöhle oder unter einem Wurzelteller geboren. Das Geschlechterverhältnis der Jungtiere ist bei der Geburt ausgeglichen. Die Jungtiere, die bereits behaart zur Welt kommen, wiegen zum Zeitpunkt ihrer Geburt etwa 240 bis 300 Gramm und sind während der ersten 16 bis 17 Lebenstage blind. Sie werden nur von der Mutter betreut. Ab einem Alter von vier Wochen beginnen sie allmählich auch an den Beutetieren der Mutter mitzufressen. Sie werden maximal bis zu einem Alter von fünf Monaten gesäugt. Jungtiere bleiben bis zum nächsten Frühjahr bei der Mutter. Dann versuchen sie, ein eigenes Revier zu finden. Ihre Geschlechtsreife erreichen weibliche Jungluchse in ihrem 21. Lebensmonat. Die Kuder sind dagegen im Normalfall erst nach Erreichen des 33. Lebensmonats fortpflanzungsfähig.

Die Sterblichkeit der Jungtiere ist sehr hoch. Während erwachsene Luchse kaum durch andere Raubtiere gefährdet sind, werden Jungtiere von Braunbären, Wölfen, Vielfraßen und gelegentlich sogar Füchsen geschlagen. In Asien ist auch der Leopard ein potentieller Fressfeind junger Luchse. Die hohe Sterblichkeit der Jungtiere ist jedoch weniger durch Fressfeinde bedingt als durch Verkehrsunfälle sowie in geringerem Maße durch Krankheiten. Nach jetzigem Kenntnisstand sind Luchse für alle bakteriellen und viralen Erkrankungen anfällig, die auch bei Hauskatzen vorkommen. Jungtiere haben außerdem nur dann eine Überlebenschance, wenn sie ein unbesetztes Revier finden, nachdem sie sich von ihrem Muttertier getrennt haben. Nur etwa jedem vierten Jungluchs gelingt dies. Die Lebensdauer von Luchsen, denen eine Reviergründung gelingt, liegt bei zehn bis fünfzehn Jahren. In Gefangenschaft gehaltene Tiere erreichen ein Lebensalter von bis zu 25 Jahren.

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Den Luchs habe ich im Wildgehege in Wernigerode fotografiert.