Persönlichkeiten
Eduard Schott
Er wurde am 14. Mai 1808 in Seesen geboren. Sein Vater Benedikt war Direktor der dortigen Jacobsenschule und seine Mutter Therese eine geborene Frangk.
1826 wurde er als Hüttengehilfe im Eisenwerk Kall (Eifel) mit altherüblichen Zeremonien in die dort zuständige Zunft aufgenommen. Mit der Staatsprüfung im braunschweigischen Dienst schloß er die hüttentechnische Ausbildung ab.
1838 wurde er Hüttenschreiber im gräflichen Hüttenwerk in Ilsenburg. Er wurde mit der Anfertigung von Zeichnungen für Öfen, Fenster, Geländer und andere gußeiserne Gegenstände und die Erstellung eines Musterbuches betraut.
Die Leitung der Gießerei als Hüttenfaktor wurde ihm 1844 übertragen. Nun hatte er die Gelegenheit den gesamten technologischen Ablauf vom Hochofen bis zum fertigen Abguß wissenschaftlich zu untersuchen.
Als Hütteninspektor brachte er das spröde Gußeisen gepaart mit künstlerischem Wirken zu einem hervorragendem Ruf. Auf nationalen und Weltausstellungen erlangten die Exponate zahlreiche Auszeichnungen und Medaillen. Eduard Schott wurde 1864 zum Oberhütteninspektor ernannt und erfuhr durch die Ernennung in die internationale Jury zur Beurteilung von Gießereierzeugnissen die entsprechende Würdigung.
In seiner Veröffentlichung "Die Kunstgießerei in Eisen", die 1878 erschien, gibt er seine Erfahrungen und Kenntnisse über die Zusammensetzung des Eisens, das Einformen der Modelle, die richtige Auswahl des Formsandes und die verschiedenen Methoden der Rostvermeidung weiter.
Das 50-jährige hüttenmännische Jubiläum am 12. April 1876 ist der Höhepunkt seines Berufslebens und hochgeschätzt vom gräflichen Hause, von seinen Mitarbeitern und Ilsenburger Einwohner. Im Alter liebte er die Beschäftigung in seiner Modellierwerkstatt, wo er eigene Entwürfe gestaltete oder seine Ideen an Mitarbeiter weitergab.
Sein Privatleben verlief dagegen nicht so glücklich, denn durch frühzeitigen Tod verlor er zwei Ehefrauen, beide Töchter des Ilsenburger Papiermüllers Kitzsteiner, und vier von acht Kindern. Gicht, Schwerhörigkeit und nachlassende Sehkraft behinderten Eduard Schott im Alter zunehmend, so das er immer öfters am öffentlichen Leben nicht mehr teilnehmen konnte. 1889 erlitt er einen Schlaganfall, wodurch er die verbleibenden sechs Jahre in seinem Haus unmittelbar neben seiner ehemaligen Wirkungsstätte verbringen mußte.
Eine überaus große Trauergemeinde begleitet Eduard Schott den "Vater des Kunstgusses" zu seiner letzten Ruhestätte auf den Friedhof der Marienkirche in Ilsenburg. Selbst der deutsche Kaiser Wilhelm II. bekundet durch einen Kranz seine Anteilnahme.
Das Grabdenkmal "Die Trauernde" wurde von seinem Sohn dem Bildhauer Professor Walter Schott geschaffen.
(Daten und Fakten entnommen aus:"Unser Harz" Nr. 3 1995/43. Jahrgang Zeitschrift des Harzklub e. V. Hans Riefenstahl, Ilsenburg)
