Persönlichkeiten
Dr. phil. Christoph Friedrich Jasche
Seinerzeit Direktor der Ilsenburger Hütte wurde er als Sohn des Drübecker Pfarrers Joh. Friedr. Christoph Jasche und seiner Frau Louise Christine Haberland am 15. Oktober 1780 geboren.
Da sein Vater nach Wernigerode zur Gemeinde U.L. Frauen versetzt wurde, verbrachte Christoph Friedrich Jasche seine Kindheit dort. Durch den frühen Tod seines Vaters trat Christoph Friedrich Jasche frühzeitig ins Berufsleben ein. Schon mit 16 Jahren befand er sich im Dienst der gräflichen Kammer, wo er das Wohlwollen des Grafen Christian Friedrich erlangte.
Ein Studium am königlichen Institut zu Berlin und eine Bildungsreise ins oberschlesische Industriegebiet zum Kennenlernen des dortigen Hüttenwesens wurde ihm durch den Grafen ermöglicht. Die Leitung des Eisenerzreviers Büchenberg übernahm Christoph Friedrich Jasche am Ende des Jahres 1804 mit dem Titel eines Bergkommissars.
Nun war er in der Lage durch die Heirat mit Johanne Dorothee Christiane Kirchhof einen Hausstand zu gründen. Seine Ehe war sehr glücklich und seine Frau gebar ihm hier vier Kinder.
Im Jahr 1818 wurde er zum Direktor der Ilsenburger Hüttenwerke ernannt. Mit seinen erworbenen Kenntnissen versuchte Christoph Friedrich Jasche gegen die veraltete Technik und die Konkurenz an Rhein und Ruhr anzukämpfen. Leider blieb der Erfolg aus, so daß er 1832 von der Leitungstätigkeit entbunden wurde.
Als Privatgelehrter konnte er sich nun eingehender mit der Geologie und Mineralogie befassen. Zahlreiche Dokumentationen wurden in entsprechender Fachliteratur veröffentlicht. Darunter wähnen sich auch die älteste Karte unseres Nordharzgebietes, die Beschreibung einer Mergelwand am Steilufer der Ilse und eines Stollens zum Gipsbruch im Drübecker Klosterholz. Im Wissenschaftlichen Verein zu Wernigerode hielt er über 40 Vorträge. Als eine Harzer Sehenswürdigkeit wurde die reiche Fosssiliensammlung in seinem Hause angepriesen. Annerkennung erlangte Christoph Friedrich Jasche im In- und Ausland als Mitglied mehrerer Gesellschaften der Naturwissenschaft.
In Ilsenburg fungierte er viele Jahre als Schiedsmann und stellte sich als Wahlvorsteher zur Verfügung.Seine Frau und zwei Söhne verstarben sehr früh. Im Alter von 90 Jahren am 12.Juni 1871 folgte er ihnen. Die überlebenden Söhne traten beide in den Dienst des gräflichen Berg- und Hüttenwesens, Hermann als Chemiker und Robert als Hüttenmeister.
Das repräsentative Wohnhaus der Jasches kann man heute noch betrachten. Es steht auf dem Eckgrundstück der Harzburger Straße zur Kastanienallee. Ein in Ilsenburg seltenes Mansardendach und
ein klassizistisches Säulenportal mit abschließendem Altan an seiner Vorderseite heben es gegenüber den Nachbargrundstücken hervor.
(Daten und Fakten entnommen aus:" 995-1995 1000 Jahre Ilsenburg/Harz")

