Persönlichkeiten
Georg Heinrich und Elise Crola
Georg Heinrich Kroll sein Künstlername "Crola" wurde am 06. Juni 1804 in Dresden geboren und wuchs früh verweist bei seinem Großvater in Meißen auf. Nach dessen Tod beschaffte er sich die notwendigen Mittel zur Fortsetzung seiner Studien, in dem er Stunden gab. Im Herbst 1825 siedelte er nach Dresden über.In seinen Lebenserinnerungen schreibt Crola über seine Beziehung zu Caspar David Friedrich: "Der alte Landschaftsmaler Friedrich protegierte mich in seiner Weise. Nie sagte er mir ein Lob über die Arbeiten, die ich ihm zeigte... Doch wurde mir durch Personen, die sein Vertrauen besaßen, versichert, wie er über mein Streben und dessen Zukunft mit Achtung gesprochen..."
Durch seinen Fleiß findet Crola im Herzog von Coburg einen ersten Gönner. Doch die Abhängigkeit bereitet ihm Unbehagen und er wandert 1828 zum ersten Mal in den Harz.
Einundeinhalb Jahre verweilt Crola in Ilsenburg. Aufmerksam studiert er die Natur und malt Bilder vom Ilse- und Eckertal. Mit diesen Bildern weckt der 25 jährige Crola auf der Kunstausstellung in Dresden das Interesse des Publikums und der Kritiker.
Aus finanziellen Gründen nimmt er wieder Aufträge des Herzogs von Coburg entgegen und wandert malend und zeichnend durch die Steiermark, das Salzkammergut und Tirol.
In München findet Crola zunehmenst Käufer für seine Werke und verbringt einige sorgenfreie Jahre im Kreis seiner Freunde, welche ihn durch Wanderungen und Fahrten immer neu inspirieren.
Kurze Zeit später treibt das Fernweh den Maler an den Rhein, um die Düsseldorfer Malerschule kennenzulernen, in den Teutoburger Wald und wieder nach Ilsenburg.
Dort lernt er eine Frau von Weiher aus Berlin kennen, die sein altes Quartier bezogen hat. Er erfährt, das sie viel im Ilsetal zeichnet. Da er ein Vorurteil gegen weibliche Kunstgenossen hegte war er um so mehr erstaunt als Crola Ihren Werken bei einem Zusammentreffen in Ihrem Elternhaus gegenüber steht.
Elisabeth Concordia Crola, Tochter eines Bankiers Fränkel wurde am 28. September 1809 in Berlin geboren. Sie heiratete mit 16 Jahren einen Baron von Weiher von dem sie 1836 geschieden wurde. In ihrem Elternhaus verkehrten bedeutende Künstler wie Schadow, Begas, Rauch und andere. Das begabte Mädchen erhielt schon sehr früh Zeichenunterricht und versuchte sich im Modellieren. Mit viel Fleiß entwickelte sie sich zu einer beachtlichen Künstlerin.
Kurze Zeit später treffen sie sich in Ilsenburg. Ihre tiefe Zuneigung wird am 23. Oktober 1840 durch den Ilsenburger Pastor Jabusch mit der Eheschließung besiegelt. Sie betätigen sich mit künstlerischem und sozialem Engagement. So war das "Altenstübchen" in der Punierstraße anfänglich eine Stiftung Elise Crolas. Auch das familiäre Glück ist nahezu ungetrübt.
Ihre Reisen führen die Crolas nach Norwegen, Italien, Schweiz und zahlreiche Ziele in Deutschland z.B. Dresden, Berlin und München. Ihre Künstlerfreunde wie Peter von Cornelius, Ludwig Richter, Wilhelm von Kügelgen und viele andere sind gern gesehene Gäste.
1847 bezogen sie das Crola-Haus in Ilsenburg. Über Elise Crola schreibt Kügelgen in seinen "Erinnerungen eines alten Mannes": "Unter ihren Zeichnungen aus der biblischen Geschichte fand ich Kompositionen, deren sich unsere bedeutenden Maler nicht zu schämen hätten, auch setzten mich plastische Arbeiten von ihr in das größte Erstaunen...".
Die nach Adam Krafft am 2.Juli 1866 in München gegossene Kreuzigungsgruppe brachten sie von einer Reise mit. 1991 wurde diese Gruppe restauriert und steht wieder an ihrem alten Platz auf dem Ilsenburger Kreuzfriedhof.( Leider ohne die stark beschädigte Figur des 2. Schächers.)
Fünf Kinder vertieften die glückliche Ehe der Crolas und brachten Leben in das Haus und den weitläufigen Park.
Der an einem Augenleiden erkrankte Crola mußte den Antrag Alexander Humboldts eine Malschule im Harz zu eröffnen leider ablehnen. Er malte 1867 sein letztes Ölgemälde "Blick auf das Ilsetal und den Brocken vom Hochofen aus". Seine Werke umfassen 270 Gemälde und zahlreiche Zeichnungen. Auch seine Frau Elise Crola hinterlässt ca. 2000 Zeichnungen, die der Freund des Hauses Robert Riefenstahl ordnet und katalogisiert. Unter Ihren Werken finden sich auch zahlreiche plastische Darstellungen.
Am 08. Juni 1878 stirbt Elise Crola und nur elf Monate später folgt ihr der Gatte nach.
Die Trauer um zwei begabte Künstler ist groß. Sie ruhen nun am Fuße der von Ihnen gestifteten Kreuzigungsgruppe.
(Daten und Fakten entnommen aus:" 995-1995 1000 Jahre Ilsenburg/Harz")

