Persönlichkeiten

Dr. med. Thilo Blick

Geboren wurde Dr. med. Thilo Blick am 29. August 1895 in Magdeburg. Dort besuchte er auch das Gymnasium. In München studierte er Medizin. Sein Studium wurde durch den 1. Weltkrieg 1914 - 1918 unterbrochen. Danach setzte er es in Leipzig und Halle fort, wo er es auch beendete. Anschließend übernahm er die Praxis seines Vaters (Sanitätsrat Gustav Blick) in Magdeburg.

1939 wurde er zur Wehrmacht einberufen und nahm an den Feldzügen gegen Frankreich, Polen und die Sowjetunion teil. Aus Stalingrad wurde er ausgeflogen und übernahm 1943 das Lazarett in Ilsenburg. Das Reservelazarett bestand aus mehreren Häusern die vormals Hotels und Pensionen waren. Die Zahl der Verletzten stieg Ende 1944 stetig an (auf ca. 2000 nach Schätzungen von Ilse Blick).

Als Standortältester wurde Dr. Thilo Blick über den bevorstehenden Einmarsch der Amerikaner am 11. oder 12. April 1945 informiert. In einem offenen Gespräch mit seinem Cousin 2. Grades (Major der Wehrmacht, der die Verteidigung Ilsenburgs organisieren sollte) einigten sich beide auf eine kampflose Übergabe der Stadt. Damit sollte weiters sinnloses Blutvergießen und die Zerstörung der Stadt verhindert werden. Am Vormittag des 11. April 1945 wurde der Oberfeldarzt informiert, dass eine Gruppe deutscher Soldaten am Wienberg Stellung bezogen hatte. Im direkten Gespräch unter Einsatz seines Lebens, erreichte er den Abzug der Gruppe. Mit der anschließenden Übergabe der Stadt an die Amerikaner auf dem Marktplatz war für Ilsenburg der Krieg zu Ende.

Dr. Thilo Blick und seine Freundin wollten in Ilsenburg bleiben. Am 1. Juli 1945 verlobten Sie sich, um dann am nächsten Tag zu heiraten. Ilsenburg gehörte zur sowjetischen Besatzungszone (Konferenz von Jalta). Der Einmarsch erfolgte am 3. Juli 1945. Im Sommer 1945 übernahm Dr. Blick für ein Jahr die Leitung des Thyphuskrankenhauses der Stadt. 1946 ist der Arzt von einem Ilsenburger denunziert und von der Besatzungsmacht verhaftet worden. Der Vorwurf: "Er sei Militarist". Im Februar 1947, nach fast einem Jahr erfolgte die Freilassung. Dr. Blick eröffnete noch im selben Jahr in der Hochofenstraße seine Praxis. Diese Praxis führte er bis zu seinem Tod am 12. Juli 1973. Erst im September 1990 wurde Dr. med. Thilo Blick zum ersten Ehrenbürger Ilsenburgs ernannt.

(Daten und Fakten von seiner Ehefrau Ilse Blick)